Interview mit einem Sugar Baby: Bereicherung für mein Sex- und



chatten


Die Zeit des Studiums ist für viele Anfang 20 eine Zeit des Experimentierens, des Erforschens und der Erkenntnis. Ziele, Wünsche und Bedürfnisse werden neu definiert – auch in Hinblick auf die Liebe. Studentin Michelle aus München hat hierfür ihren ganz eigenen Weg gefunden: Sugar Dating. Im Interview verrät sie, wie sie dazu gekommen ist, welche Vorteile sie durch die Beziehung zu älteren Männern hat und was ihr fester Freund dazu sagt.

Lies auch: Sugardaddy oder Sugarbabe finden: Alles über Sugardating

Während sich ihre Kommilitonen nach der Vorlesung auf die Couch lümmeln, lernt Studentin Michelle aus München neue Orte und Personen kennen, besucht die teuersten Restaurants der Stadt und gönnt sich Designer-Taschen, die andere nur von Instagram kennen. Innerhalb der letzten 12 Monate lebte sie bereits in Spanien, Belgien und der Schweiz. Ihr Ingenieurstudium absolviert sie komplett remote und reist nur für die Klausuren nach Hause. Ihr Geheimnis? Michelle hat sich für Sugar Dating entschieden, das heißt, sie verabredet sich vorzugsweise mit etablierten, gutverdienenden und meist älteren Männern. Ähnlich wie bei anderen Dating-Anbietern swiped sie sich dazu auf dem Online-Portal Seeking.com durch die Profile der Mitglieder und kann anschließend Kontakt zu jenen Männern aufnehmen, die sie attraktiv findet – sowohl vom Aussehen als auch vom Einkommen. Denn auf Seeking.com finden sich Paare, die von Anfang an feste Übereinkünfte für ihre Beziehung definieren, sowohl emotional als auch finanziell. So sucht auch Michelle gezielt nach Männern, die ihr den luxuriösen Lifestyle bieten können, den sie sich während ihres Studiums noch nicht leisten kann. Außerdem reizen sie Männer, die genau wissen, was sie wollen, und auf der Karriereleiter schon weit nach oben geklettert sind. Denn genau dort möchte auch sie nach ihrem Studium hin.

Michelle, wie bist du zum Sugar Dating gekommen und wie können wir uns diese Art des Kennenlernens genau vorstellen?

Michelle: Freunde haben mich Anfang letzten Jahres auf Seeking.com aufmerksam gemacht, als ich auf der Suche nach etwas Abwechslung zu den ewig gleichen Gesichtern auf Tinder war. Im April traf ich dann die Entscheidung, mich einfach mal zum Spaß anzumelden, als lockere Abwechslung zur Lockdown-Langeweile. Sofort fiel mir auf, dass die Männer bei Seeking.com viel offener kommunizieren, was sie von einer potenziellen Partnerin suchen und im Gegensatz bereit sind, ihr zu bieten. Also viel mehr Verbindlichkeit als ich es von anderen Dating-Apps gewohnt bin, obwohl es hier nicht primär um das Finden der einen großen Liebe geht.

Sondern?

Michelle: Auch ich bin jetzt noch nicht bereit, mich fest an eine Person zu binden und sesshaft zu werden, in keinerlei Hinsicht. Stattdessen möchte ich gern möglichst viel von der Welt sehen, andere Menschen intensiv kennenlernen und eine maximal aufregende Zeit mit ihnen verbringen. Das ist auch etwas, das ich beim Kennenlernen direkt bei einem der ersten Gespräche klar mache: Spaß steht für mich immer an erster Stelle. Umso mehr hat es mich selbst überrascht, dass ich inzwischen in festen Händen bin und seit ein paar Wochen sogar mit meinem Freund zusammen wohne.

Also bist du doch ein bisschen sesshaft geworden? Wie habt ihr zwei euch kennengelernt?

Michelle: Ja, tatsächlich haben wir uns auch über die App getroffen. Was anfangs nur eine lockere Romanze werden sollte, ist allerdings schnell Liebe geworden. Glücklicherweise für beide. Mittlerweile führen wir also eine Beziehung und er ist nicht mehr mein „Sugar Daddy“, sondern einfach Paul.

Ist die Zeit des Sugar Datings für dich also schon wieder vorbei?

Michelle: Keinesfalls – wir haben ein alternatives Beziehungsmodell für uns entwickelt, bei dem wir ähnlich wie in einer offenen Beziehung weiterhin Kontakte über Seeking.com knüpfen, auf Dates gehen und auch mit anderen intim werden, wenn wir Lust darauf haben. Wir lieben die gemeinsame Zeit zusammen, aber wissen auch um den Freiraum, den jeder von uns braucht. Einmal im Monat fahre ich zum Beispiel nach Berlin zu meinem aktuellen Sugar Daddy und lasse mich dort einfach so richtig verwöhnen. Er lädt mich zum Essen ein, leiht mir seinen Porsche, macht mir großzügige Geschenke. Und ja, er zahlt auch die Rechnung, wenn wir im KaDeWe shoppen sind.

Geben dir andere manchmal das Gefühl, dass du diesen Mann ausnutzt?

Michelle: Nein, das ist auch gar nicht meine Art. Wir reden schließlich von einem 45-jährigen gestandenen Mann, der genau weiß, was er will. Und wenn das bedeutet, dass er mich an seinem Luxus teilhaben lassen möchte, dann sage ich nicht nein. Natürlich haben mich meine Eltern zunächst schief angeguckt, als ich ihnen von meinem neuen Lebensstil erzählt habe. Zumal ich innerhalb des letzten Jahres so einige europäische Metropolen auf Kosten anderer kennenlernen konnte. Ich würde lügen, wenn ich sage, dass sie sich anfangs keine Sorgen um mich gemacht hätten. Aber für mich gehört diese Art des Datings zu meiner Selbstbestimmtheit dazu. Alle reden immer von Empowerment, dann sollten sie es auch leben.

Hast du einen Tipp für jemanden, der Sugar Dating ausprobieren möchte?

Michelle: Beim Sugar Dating geht es um klare und direkte Kommunikation. Jeder sollte für sich herausfinden, was er oder sie zu einer Sugar Beziehung beitragen kann, was man sich von einem Sugar Daddy erhofft, und warum man dieses Modell anziehend findet. Mir gibt es zum Beispiel gewisse Freiheiten und bereichert mein Sex- und Liebesleben. Gleichzeitig kann ich so einen gewissen Luxus leben und von spannenden Kontakten in die Wirtschaft profitieren, die mir später einige Türen ins Berufsleben öffnen. Meinem Partner gebe ich dafür Zeit und Zuwendung, sowie eine andere Sichtweise auf gewisse Dinge.

Lies auch: Sugardaddy oder Sugarbabe finden: Alles über Sugardating

Interview mit einem Sugar Baby: Bereicherung für mein Sex- und

chatten